Tarifbeschäftigte

Signal am Badischen Staatstheater

Signal am Badischen Staatstheater

Die Kolleginnen und Kollegen des Badischen Staatstheaters setzten zwei Tage vor dem nächsten Verhandlungstermin ein Zeichen, dass sie ein klares Signal der Arbeitgeber für eine deutliche Gehaltssteigerung erwarten.

Im Badischen Staatstheater fallen etwa 250 von insgesamt ca. 820 Beschäftigten unter den Tarifvertrag der Länder (das künstlerische Personal hat andere Tarifverträge). Es sind jene Kolleginnen und Kollegen, die die Zuschauer nicht sehen bei einer Aufführung, ohne die aber keine Künstlerin und kein Künstler arbeiten könnte. Und so wandt sich die ver.di-Betriebsgruppe vor den Vorstellungen am 29. Januar, der Uraufführung der Oper „Wahnfried“ und „Goldbergvariationen“, an das Publikum.

Aktion am Badischen Staatstheater ver.di Aktion Badisches Staatstheater

Barbara Kistner, die Personalratsvorsitzende des Staatstheaters und Teil der Streikleitung, erläuterte die Forderungen der laufenden Tarifrunde: "Wir wollen mit unserer Aktion erreichen, dass sich die Arbeitsbedingungen für uns verbessern, den Blick auf die Menschen hinter der Bühne und in die Verwaltung lenken". Bereits heute sei der Fachkräftemangel spürbar und das Theater bekomme kaum noch Schreiner, Schlosser oder gut qualifizierte Handwerkerinnen, weil sie in der Privatwirtschaft mehr verdienten.

"Auch bei uns am Theater sind seit Jahren Stellen in verschiedenen Bereichen abgebaut worden", so die Personalratsvorsitzende, "das führt unter anderem zu einer massiven Arbeitsverdichtung. Um unser Publikum zu halten, müssen immer mehr Vorstellungen angeboten werden und das mit dem immer gleichen Stamm an Menschen. Es gibt bei uns keine Krankenvertretungspläne, weil das Personal fehlt."

Barbara Kistner weiter: "Wir stehen hier stellvertretend für alle Beschäftigten! Denn wir machen gute Arbeit - und gute Arbeit muss ordentlich bezahlt werden!"

Das Publikum der Vorstellungen - rund 1.300 Menschen - quittierten den Apell mit spontanem Zwischenapplaus.