Beamtinnen und Beamte

Die Forderungsaufstellung – wirtschaftliche Rahmendaten

Die Forderungsaufstellung – wirtschaftliche Rahmendaten

Die Aufstellung einer Tarif- und Besoldungsforderung findet nicht im luftleeren Raum statt. Wir orientieren uns dabei an wirtschaftlichen Rahmendaten und an unserer Durchsetzungsstärke.

Wie sind die Rahmendaten?

Die wirtschaftliche Lage ist gut. Die Weltwirtschaft wächst 2017 voraussichtlich mit über drei Prozent. Hierzulande wird sich der Aufschwung 2017 fortsetzen. Die gute wirtschaftliche Entwicklung führt zu sprudelnden Steuereinnahmen. Die Steuerereinnahmen steigen stärker als das Wirtschaftswachstum. Die öffentlichen Haushalte schreiben somit 2016 und 2017 schwarze Zahlen. Für die Bundesländer wird bis 2020 mit einem jährlichen Steuerzuwachs von 3,7% gerechnet. Die Haushaltslage der Länder ist sehr unterschiedlich. Während Baden-Württemberg, NRW und das Saarland rote Zahlen schreiben, verbuchen die übrigen Länder Haushaltsüberschüsse.

Maßgebend für eine angemessene Beteiligung der Beschäftigten am Volkseinkommen ist der so genannte verteilungsneutrale Spielraum. Letzterer ergibt sich aus dem Zuwachs der Verbraucherpreise und dem Zuwachs der Arbeitsproduktivität. Wenn das Lohnplus den verteilungsneutralen Spielraum ausschöpft, bleibt der Anteil der Beschäftigten am gesamten Einkommenskuchen unverändert. Ihr Anteil ist jedoch immer weiter geschrumpft, zwischen 2000 und 2007 von 71,9 auf 63,6 Prozent. Umgekehrt stieg der Anteil der Gewinne und Vermögen. Erst nach der Finanzmarktkrise konnten die Gewerkschaften diese Umverteilung von Unten nach Oben stoppen. Noch heute gibt es für die Beschäftigten großen Nachholbedarf, das gilt gerade für den öffentlichen Dienst. Die Einkommen sind hier in den vergangenen 15 Jahren deutlich langsamer gestiegen als in vielen anderen Branchen. Seit dem Jahr 2000 sind die Tarifentgelte im öffentlichen Dienst nur um 40,6 Prozent gestiegen, in der Gesamtwirtschaft dagegen um 44,8 Prozent, in einzelnen Branchen sogar um bis zu 51,9 Prozent.

Diese Lücke muss geschlossen werden, sie schließt sich nicht von selbst, sondern nur, wenn die Tarifbeschäftigten der Länder und die Beamtinnen und Beamten der Länder und der Kommunen – aktiv dazu beitragen.

Von ihnen hängt der Tariferfolg ab!

  • Gerechtigkeit zählt

    Es gilt: Ihr - die Beschäftigten im öffentlichen Dienst seid es, die dafür sorgen, dass die tagtägliche Daseinsvorsorge des Staates funktioniert. Da ist es nur mehr als richtig, wenn ihr einen gerechten Anteil am wirtschaftlichen Wachstum fordert.

    • Nur wenn ver.di stark ist, kann ein gerechtes Einkommen durchgesetzt werden.
  • Solidarität zählt

    Es gilt: Wir haben zwar die besseren Argumente, aber wenn es hart auf hart kommt, zählt unsere Stärke, unsere Durchsetzungskraft. Ob Verwaltungsangestellte, Krankenschwestern/-pfleger, Straßenwärter/ -innen, wissenschaftliche Mitarbeiter/ - innen, medizinisch- technische Beschäftigte, Bibliothekare/-innen oder Beschäftigte im Küstenschutz nur zusammen sind wir stark!

  • Anerkennung zählt

    Es gilt: Ihr - die Beschäftigten im öffentlichen Dienst leistet ganze Arbeit. Ein funktionierender öffentlicher Dienst steht für eine funktionierende Gesellschaft.

    • Nur wenn ver.di stark ist, kann die verdiente Anerkennung durchgesetzt werden.