Tarif- und Besoldungsrunde der Länder 2017

Aktive Mittagspause in Düsseldorf

Aktive Mittagspause in Düsseldorf

Abbildung Personengruppe bei Protestaktion "Aktive Mittagspause" in Düsseldorf Dietrich Hackenberg Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Johannes-Rau-Platz

Bei sonnig-kühlen Wetter haben sich Kommunalbeamtinnen und -beamte sowie Beschäftigte des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadtverwaltung am Johannes-Rau-Platz in Düsseldorf getroffen. Der ver.di Bezirksfachbereich hatte zur Aktiven Mittagspause mit Kartoffelsuppe und Würstchen eingeladen. Die Kollegen informierten sich über die nächsten Schritte in der Tarif- und Besoldungsrunde 2017. Mit ihrer Aktion "Aktive Mittagspause" an diesem zentralen Platz am Rhein wollten sie ihre Forderungen bekräftigten. "Der Ort ist bewusst gewählt. Die Entscheider sitzen in den Gebäuden rund um diesen Platz", sagt ver.di-Sekretärin Renate Schaefers und zeigte mit dem Finger in Richtung Landtag, Staatskanzlei, Stadtverwaltung.

Lebhaft wurde die 2.Verhandlungsrunde in Potsdam diskutiert. Vor allem wurde das fehlende Angebot der Arbeitgeber kritisiert. Einige fanden das "Verhalten traurig", andere formulieren es drastischer mit "unverschämt" und "Frechheit".

Thomas W. - Freigestellter Personalratsmitglied Beamtenvertreter Stadtentwässerung Düsseldorf
„Liebe Landesmutter Kraft, die nächste Lantagswahl steht vor der Tür. Erinnere dich an deine Versprechungen vor der letzten Wahl bezüglich der Beamten/-innen und halt diese Versprechen endlich ein!“
 
Elena S. - Beschäftigte bei Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)
 „Befristung bedeutet psychischen Druck. Man hat einfach keine Planungssicherheit – vor allem kurz nach der Ausbildung.“
 
Norbert H. - Beschäftigte (Fachinformatiker) bei Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)
„Mit einer befristeten Stelle kriegt man keine Langzeit/Immobilienkredit, somit ist Eigentumsplanung nicht möglich.
Viele Kollegen haben erst nach fünf oder sechs Jahren ihre Entfristung erhalten. Ich hatte Glück 'schon' nach 2 Jahren die Entfristung zu bekommen. Man weiß vorher nicht wann sie ist. Man ist eingeschränkt in seinen Handlungen, kann nicht für die Zukunft planen.“

Peter K. - Angestellter Systemadministrator bei Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)
„Wichtig für mich ist die Tariftabellenangleichung mit der 6. Erfahrungsstufe ab der Endgeldgruppe neun — das bedeutet mindestens 250 Euro mehr pro Monat.
Die Folgen der Schuldenbremse müssen durchbrochen werden, damit weiter freie Tarifverhandlungen erfolgen können.“
 
Alice L. - Beamtin bei der Bezirksregierung Düsseldorf
 „Auch für Beamte steigen Lebenshaltungskosten, auch Beamte sind von allen wirtschaftlichen Entwicklungen betroffen, haben also auch ein Interesse an Einkommenserhöhungen.“
 
Judith H. – Angestellte an der Uni Düsseldorf
„Die Forderung, sachgrundlose Befristungen zu verbieten, unterstütze ich mit Nachdruck! Viele meiner Kolleginnen und Kollegen an der Uni sind befristet beschäftigt. Befristungen schaffen Unsicherheit, man kann nicht planen im Leben für die Zukunft!“
 
Angelika A. – Technische Angestellte in der  IT.NRW
„Die Stufenerhöhung, die jetzt gefordert wird, gab es früher schon. Ich hatte bei meiner letzten Beförderung 1998 noch die Stufe erhalten und erhalte sie jetzt als Besitzstandsanlage. Neue, junge Kollegen sollen die gleichen Aufstiegschancen erhalten, wie ich sie früher hatte, also auch die höhere Stufe.
Wir haben an der Universität 90 % der wissenschaftlichen Mitarbeiter in sachgrundlosen Befristungen beschäftigt. Die jungen Mitarbeiter arbeiten viel mehr Stunden, als tariflich vereinbart in der Hoffnung auf eine Dauerstelle, die sie aber nie bekommen. Tarifrecht wird ausgehebelt durch diese Anstellungsform.“

Abbildung Personengruppe bei Protestaktion "Aktive Mittagspause" in Düsseldorf. Dietrich Hackenberg Aktive Mittagspause am Johannes-Rau-Platz