Tarif- und Besoldungsrunde der Länder 2017

Über 4.000 Beschäftigte im Streik

Ganztägiger Warnstreik in Baden-Württemberg

Abbildung Personengruppe zentrale Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz ver.di Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz mit über 1.500 Streikenden

Über 4.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder haben in Baden-Württemberg ganztägig die Arbeit niedergelegt. Aufgerufen haben ver.di sowie auch GEW, GdP und IG BAU. Damit wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber unmittelbar vor der vorerst letzten vereinbarten Verhandlungsrunde ab Donnerstag in Potsdam deutlich erhöhen. In Stuttgart fand eine zentrale Kundgebung statt, weitere Kundgebungen waren in Freiburg mit 700 Streikenden, 300 in Karlsruhe und 600 in Tübingen sowie Heidelberg mit 300 Streikenden. In weiteren Dienststellen fanden Proteste vor Ort statt.


"Am Donnerstag muss ein Angebot, das die Realität, volle Kassen der Länder und den Nachholbedarf der Beschäftigten, berücksichtigt, auf den Tisch.“

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter, sagte am Mittag auf einer gemeinsamen Kundgebung der DGB-Gewerkschaften im öffentlichen Dienst auf dem Stuttgarter Schlossplatz vor über 1.500 Streikenden: „Bei Steuerüberschüssen gibt es keinen einzigen Grund mehr, die Landesbeschäftigten auf ihre verdiente Lohnerhöhung warten zu lassen. Am Donnerstag muss ein Angebot, das die Realität, volle Kassen der Länder und den Nachholbedarf der Beschäftigten, berücksichtigt, auf den Tisch.“

Allein an den neun Standorten der Zentren für Psychiatrie folgten über 600 Beschäftigte dem Streikaufruf von ver.di. Weitere Warnstreiks fanden an Universitäten und Studierendenwerken, Autobahnmeistereien, Regierungspräsidien und Landesbehörden sowie weiteren Dienststellen wie dem Statistischen Landesamt, Landesmuseen und Staatstheater, dem KIT oder der Wilhelma statt. Bei der staatlichen Münze in Stuttgart fiel die Produktion komplett aus, die Staatsgalerie konnte nur mit Fremdpersonal öffnen.

In Freiburg sagte die stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin Hanna Binder vor 700 Beschäftigten auf dem Augustiner Platz: „Die baden-württembergische Landesregierung tut gerade so, als hätte sie mit den Tarifverhandlungen nichts zu tun. Das ärgert die Beschäftigen zu Recht. Sie haben kein Verständnis für die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber. Wir erwarten einen aktiven Part unserer Regierung!“