Tarif- und Besoldungsrunde der Länder 2017

Immer noch großer Nachholbedarf

Immer noch großer Nachholbedarf

Die abhängig Beschäftigten wurden im letzten Jahrzehnt nicht mehr angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt. Die Lohnquote – der Anteil der Löhne am Volkseinkommen – ist kontinuierlich gesunken. Zwischen 2000 und 2007 fiel sie von 71,9 auf 63,6 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Gewinne und Vermögen am gesamten Einkommenskuchen. Erst nach der Finanzmarktkrise konnten die Gewerkschaften diese Umverteilung von Unten nach Oben stoppen. Noch heute gibt es aber für die Beschäftigten großen Nachholbedarf.

Entwicklung der Lohnquote ver.di Entwicklung der Lohnquote

 

Entwicklung der Lohnquote (Anteil der Löhne/Gehälter/ Beamtenbesoldungen am Volkseinkommen – inklusive Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung)

Die Lohnquote ist seit dem Jahr 2000 von etwa 72% auf etwa 68% gefallen.

In den Jahren von 2007 bis 2009 gab es durch krisenbedingt gesunkene Gewinne einen vorübergehenden Anstieg der Lohnquote, in der folgenden  Erholung wieder einen Rückgang, dann einen leichten Anstieg und Stabilisierung bei etwa 68%. Die vermeintliche Überausschöpfung des Verteilungsspielraums in 2014 – 2016 beruht auf der sehr niedrigen Inflationsrate durch gesunkene Importpreise (u.a. Erdöl), von denen aber auch die Unternehmen profitiert haben.

Eine Steigerung der Lohnquote um einen Prozentpunkt bedeutet einen Einkommenszuwachs bei den Arbeitnehmer/-innen von etwa 24 Mrd. € im Jahr – die um vier Prozentpunkte niedrigere Lohnquote entspricht somit fast 100 Mrd. € Einkommensverlusten für die Arbeitnehmer/-innen im Jahr!

Kapitaleinkommen ver.di Kapitaleinkommen